Einen positiven Jahresrückblick zog Hajo Gruber, Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UW) Kiefersfelden, während der Jahreshauptversammlung im Hotel „Zur Post“. Den vor kurzem völlig überraschend verstorbenen Altbürgermeister Erich Ellmerer würdigte er als souveränen Sitzungsleiter und glänzenden Repräsentanten der Gemeinde. „Es war eine ausgesprochen angenehme Zusammenarbeit mit ihm.“
 
Die Versammlung entlastete die gesamte Vorstandschaft einstimmig. Herbert Mairhofer als Schriftführer, Sepp Steigenberger als Öffentlichkeitsreferent und Kassier Hans Rauch erhielten für ihr Engagement großen Dank.
Als herben Verlust für die Gemeinde bezeichnete Hajo Gruber das Ausscheiden von Sabine Heinz aus dem Gemeinderat. „Ihr Sachverstand wird uns fehlen! Einziger Trost ist, dass mit Hans Rauch ein sehr qualifizierter Nachfolger bereitstehe“.
 
In der Versammlung stellten einzelne UW-Gemeinderäte jeweils ein aktuelles Thema zur Diskussion.
 
Fraktionssprecher Hajo Gruber zeichnete ein düsteres Bild der finanziellen Lage. „Die Steuerkraft der Gemeinde liegt an vorletzter Stelle der 46 Kreisgemeinden. Dringend notwendig seien strukturelle Neuausrichtungen verbunden mit neuen Arbeitsplätze“.
Auch die Kapitalbelastung aufgrund der sehr hohen gemeindlichen Schulden sei alarmierend, wobei ehrlicherweise gesagt werden müsse, dass 1/3 der Schulden aus dem gemeinsam beschlossenen Kauf des Marmorwerkgeländes stamme.
 
Die Weichen müssten jetzt gestellt werden, betonte Gemeinderat Sebastian Bleier, um das Innsola in einen kostenneutralen Bereich zu führen. „Wir sollten den Kleinkinderbereich attraktiver gestalten und uns damit von den umliegenden Schwimmbädern abheben.“ Deutliche Einsparungen im Personalbereich sieht er in der Verlegung der Tourist-Info ins Innsola verbunden mit der Realisierung einer gemeinsamen Theke aus Tourist-Info, Schwimmbadkasse und Cafe.
 
Gemeinderat Klaus Vogel stellte die Dilemmasituation der Gemeinde in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Immer noch ist das Marmorwerkgelände Brachland im Dorf, obwohl die Gemeinde dringend neue Arbeitsplätze benötigt“. Altgemeinderat Dr. Schnorrenberg verwies auf ein Konzept von Prof. Seifert, das viel zu wertvoll sei, als dass es in der Schublade verstauben dürfe.
 
Mit „Was mich freut – was mich ärgert“, - die langjährige Serie des OVB – betitelte Sepp Steigenberger sein Referat. Ihn freue besonders, dass die Wasserversorgung der Gemeinde in öffentlicher Kieferer Hand ist. Wasser ist und bleibt ein Allgemeingut. Ärgerlich sei, dass die geplante Umstellung des gesamten Strombezugs hin zur Wasserkraft am Veto der Gemeindewerke aus wirtschaftlichen Gründen gescheitert ist. „In Kiefersfelden wird immer noch viel zu viel Kernenergie eingesetzt. Die Bundesregierung hat die Weichen für die Energiewende bereits gestellt, wir müssen nur auf den Zug aufspringen.“
 
Kiefersfelden 17.11.2011
 
Vorstandschaft einstimmig entlastet
 
Unparteiische
Wählergemeinschaft
Kiefersfelden
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